Akupunktur Wirkung: Lebensenergie zum Fliessen bringen

Akupunktur Wirkung: Energie zum Fliessen bringen

Akupunktur mit Nadeln gehört zu den bekanntesten chinesischen Heilmethoden. Das Prinzip: Im Körper den Energiefluss regulieren und so den Menschen wieder gesund machen.

Mit Nadeln gespickte Patienten – beim Stichwort Akupunktur taucht dieses Bild vor dem geistigen Auge auf. 365 Akupunkturpunkte sind über den ganzen Körper verteilt – vom Scheitel bis zur Fusssohle. Die Punkte befinden sich auf den Energiebahnen, den zwölf Meridianen, in denen laut der Traditionellen Chinesischen Medizin, TCM, die körpereigene Energie, das Qi (sprich: tschi) fliesst.

Eine Krankheit entsteht laut TCM dann, wenn die Energie im Körper ungleichmässig verteilt oder blockiert ist. Indem die Nadeln in bestimmte Punkte gestochen werden, kommt das Qi wieder in Fluss. Wo genau die Einstichstellen sitzen, beruht auf Jahrtausende alter Erfahrung und hat in der TCM bis heute Bestand.

Zunge anschauen…

Nicht das Symptom, sondern die Ursache der Krankheit behandeln, gehört zum wichtigsten TCM- Grundsatz. Das erklärt, warum bei Herzbeschwerden nicht das Herz behandelt, sondern woanders im Körper angesetzt wird. Beispielsweise bei der geschwächten Leber. Denn hat sich hier viel Wut gestaut, kann dies das Herz belasten.

Weil die gleiche Ursache verschiedene Symptome auslösen kann, aber gleiche Symptome verschiedene Ursachen haben können, legen chinesische Ärzte und Ärztinnen Wert auf individuelle und ganzheitliche Diagnose. Sie schauen sich dafür unter anderem Form, Farbe und Belag der Zunge an.

…und Puls fühlen

Als besonders aussagekräftig gilt der Puls des Patienten, der an beiden Handgelenken ertastet wird. «Wir unterscheiden mehr als 30 Pulsqualitäten», sagt Ralph Manser, Leiter des ChinaMed-Zentrums in St. Gallen. Diese geben Auskunft über Störungen im Körper und lassen sich bestimmten Beschwerden zuordnen.

Um Energieblockaden zu lösen und Organfunktionen zu stärken, werden in der TCM meistens verschiedene Behandlungen kombiniert. Akupunktur ist eine davon – und sollte nach Empfehlung von Fachleuten nur nach fundierter Diagnostik angewendet werden.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat eine Liste mit Beschwerden veröffentlicht, die gut auf Akupunktur ansprechen. Dazu gehören:

  • Beschwerden der oberen und unteren Atemwege
  • Magen-Darm-Beschwerden wie Gastritis oder Reizdarm
  • Bindehautentzündungen
  • Zahnschmerzen
  • Neurologische und orthopädische Erkrankungen wie Lähmungen nach Schlaganfällen, Rücken- oder Kniegelenksschmerzen
  • Kopfschmerzen, Migräne
  • Ekzeme, Schuppenflechte, Neurodermitis
  • Menstruationsbeschwerden
  • Psychische und psychosomatische Leiden wie Erschöpfungszustände

Akupunktur wird zudem als begleitende Therapie bei chronischen Krankheiten wie Morbus Crohn oder schmerzlindernd bei Krebs-Patienten eingesetzt. Grundsätzlich sieht sich die TCM als komplementäre Behandlung zur Schulmedizin.

Verschiedene Akupunktur-Formen

Der französische Arzt Paul Nogier (1908-1996) entwickelte in den 1950er Jahren die Ohr-Akupunktur. Demnach ist das Ohr ein Abbild des gesamten Körpers. Bestimmte Punkte auf der Ohrmuschel lassen sich Körperregionen oder inneren Organen zuordnen. Die Ohr-Akupunktur gilt als besonders schnell wirksam. Chinesische Ärzte ziehen diese Erkenntnisse in ihre Therapien ein.

Eine Behandlung ohne Nadeln, auch dies ist heute möglich. Therapeuten stimulieren dafür die Akupunkturpunkte beispielsweise mit Laserstrahlen. Ein Alternative für jene, sie sich vor den Einstichen fürchten.

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