Mann arbeitet am Computer im Homeoffice

Arbeiten: Rechte & Pflichten

Muss ich weiter zur Arbeit? Was bedeutet der Coronavirus für Unternehmen? Was dürfen bzw. müssen Arbeitnehmer und Arbeitgeber? Und in welchem Fall zahlt die Versicherung?

Arbeitnehmende

Kann mein Arbeitgeber verlangen, dass ich im Home Office arbeite?

Besonders gefährdete Personen arbeiten gemäss den Anweisungen des Bundesrats wenn möglich von zu Hause aus. Ist eine Präsenz am üblichen Arbeitsort nötig, sind die Arbeitgeber verpflichtet, mit geeigneten Massnahmen die Einhaltung der Empfehlungen des Bundes betreffend Hygiene und sozialer Distanz sicherzustellen. Ist dies nicht möglich, so werden die entsprechenden Personen vom Arbeitgeber unter Lohnfortzahlung beurlaubt.
Für alle anderen Arbeitnehmenden gilt: Das Epidemiengesetz verpflichtet Betriebe zu einem aktiven Beitrag zur Eindämmung der Epidemie, falls eine besondere oder ausserordentliche Lage vorliegt. Diese Massnahmen gehen über die nach Arbeitsgesetz und Artikel 328 OR ohnehin bestehenden Verpflichtungen zum Schutz der Gesundheit der Arbeitnehmenden hinaus. Der Arbeitgeber muss die von den Gesundheitsbehörden empfohlenen oder verordneten Massnahmen durchführen, wenn nichts dagegen spricht. Dazu gehört auch die Durchführung von Home Office – gerade für Pendlerinnen und Pendler mit dem ÖV oder für Personen, die mit besonders gefährdeten Menschen in ständigem Kontakt leben (Ehepartner, Kinder etc.).

 

Ist mein Arbeitgeber verpflichtet, mich zu schützen?

Ja. Generell gilt, dass der Arbeitgeber die Persönlichkeit des Arbeitnehmers zu achten, zu schützen und auf dessen Gesundheit gebührend Rücksicht zu nehmen hat. Nach Artikel 6 Absatz 1 des Arbeitsgesetzes ist der Arbeitgeber zudem verpflichtet, zum Schutze der Gesundheit der Arbeitnehmer alle Massnahmen zu treffen, die nach der Erfahrung notwendig, nach dem Stand der Technik anwendbar und den Verhältnissen des Betriebes angemessen sind. In einem vom Coronavirus betroffenen Gebiet wie die Schweiz muss der Arbeitgeber demnach geeignete Massnahmen treffen, damit die Ansteckungsgefahr möglichst gering bleibt, zum Beispiel das Aufstellen von Desinfektionsmitteln. Des Weiteren kann Ihr Arbeitgeber von Ihnen verlangen, dass Sie zwei Wochen zu Hause bleiben müssen, zum Beispiel wenn Sie Krankheitssymptome aufweisen oder von einer Reise aus einem Risikogebiet zurückkommen. So lässt sich die Ansteckungsgefahr für andere Mitarbeitende reduzieren.

Darf ich zu Hause bleiben, weil ich mich vor einer Ansteckung fürchte?

Nein. Sofern die Behörden keine entsprechende Anordnung erlassen haben, haben Sie keinen Anspruch darauf, zu Hause zu bleiben. Es würde sich in diesem Fall um eine unbegründete Arbeitsverweigerung handeln – und zwar ohne Anspruch auf Lohnfortzahlung. Kommt dazu: Wenn Sie zu Hause bleiben, hat Ihr Arbeitgeber das Recht, Sie fristlos zu entlassen. Allerdings dürfen Sie Geschäftsreisen absagen, wenn für den Ort des Geschäftstermins eine Reiserestriktion durch die Bundesverwaltung besteht.

Was kann ich tun, wenn ich pendeln muss?

Für Reisen mit dem öffentlichen Verkehr gibt das Bundesamt für Gesundheit (BAG) folgende Empfehlungen:

  • Nutzen Sie für den Arbeitsweg, wo immer möglich den Langsamverkehr (zu Fuss, Fahrrad, E-Bike).
  • Unnötige Fahrten sind zu vermeiden.
  • Halten Sie beim Warten an Bahnhöfen oder Haltestellen und in den Transportmitteln möglichst Abstand zu anderen Personen
  • Vermeiden Sie wenn möglich das Reisen zu Stosszeiten. Die Hauptverkehrszeit ist an Werktagen morgens zwischen 6:00 und 9:00 Uhr sowie abends zwischen 16:00 und 19:00 Uhr. Abweichungen sind je nach Strecke und Zug möglich.
  • Halten Sie in den öffentlichen Verkehrsmitteln möglichst Abstand zu anderen Personen und setzen Sie die Hygieneregeln und Verhaltensempfehlungen um.
  • Benutzen Sie bei Symptomen einer Atemwegserkrankung (z. B. Husten und Fieber) auf keinen Fall den öffentlichen Verkehr.
  • Auch Personen über 65 Jahre sollen keine ÖV benutzen.
  • Verzichten Sie auf Tourismus- und Freizeitverkehr.

Was ist, wenn mein Kind am Virus erkrankt?

Bei einer unverschuldeten Arbeitsverhinderung muss der Arbeitgeber gemäss Artikel 324a OR für eine beschränkte Zeit den Lohn weiterzahlen. In Ihrem Fall heisst das: Wenn Ihr Kind erkrankt, muss Ihr Arbeitgeber einem Elternteil drei Tage freigeben. Allerdings müssen Sie zu diesem Zweck ein ärztliches Zeugnis vorlegen können. Sollte aus medizinischen Gründen mehr Zeit nötig sein, kann der Arbeitgeber unter Umständen die drei Tage sogar verlängern, sodass Sie länger bei Ihrem Kind zu Hause bleiben können. Allerdings müssen Sie sich bemühen, weitere Absenzen zu verhindern.

Unternehmer und Arbeitgeber

Bezahlt die Krankentaggeldversicherung, wenn eine Person am Coronavirus erkrankt?

Wenn eine Person am Coronavirus erkrankt ist oder aufgrund eines grippalen Infekts als Verdachtsfall gilt, erbringt die CSS Taggeldleistungen. Bitte beachten Sie, dass bei einer Arbeitsunfähigkeit ab sieben Tagen zwingend ein Arztzeugnis vorliegen muss, welches eine Arbeitsunfähigkeit bestätigt. Ein ärztliches Attest, welches lediglich die Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe bestätigt, kann nicht berücksichtigt werden.
Es werden keine Leistungen erbracht, wenn keine medizinisch begründete Arbeitsunfähigkeit vorliegt. Dies ist in den nachfolgenden Situationen der Fall:

  • Die Mitarbeitenden/Selbständigerwerbenden können aufgrund einer behördlich angeordneten Betriebsschliessung ihrer Tätigkeit nicht nachgehen.
  • Die Mitarbeitenden/Selbständigerwerbenden befinden sich vorsorglich in Quarantäne – behördlich oder vom Arbeitgeber angeordnet (Risikogruppe, Rückkehr aus dem Ausland oder andere Gründe).
  • Die Mitarbeitenden/Selbständigerwerbenden können aufgrund der Kinderbetreuung nicht zur Arbeit gehen.
  • Die Mitarbeitenden/Selbständigerwerbenden können aufgrund eingeschränkter Mobilität ihre Arbeitsleistung nicht erbringen.
  • Die Behörden rufen den Notstand aus.

Bezahlt die Krankentaggeldversicherung, wenn eine Person präventiv nach Hause geschickt wurde?

Nein, eine Krankentaggeldversicherung bezahlt keine Leistungen, wenn ein Arbeitgeber seine Mitarbeitenden präventiv nach Hause schickt und sie von dort aus nicht arbeiten können. Denn in dieser Situation liegt keine Krankheit gemäss den Allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB) vor. Der Arbeitgeber muss den Umsatzeinbruch und den Einkommensausfall als Folge des unternehmerischen Risikos selber tragen. Er kann aber unter Umständen Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung geltend machen.

Was ist, wenn sich ein Mitarbeiter in meinem Betrieb ansteckt. Hafte ich dafür?

Als Arbeitgeber haben Sie gegenüber Ihren Mitarbeitenden eine Fürsorgepflicht. Sie müssen sämtliche Massnahmen treffen, um das Risiko einer Ansteckung für Ihre Mitarbeitenden so gering wie möglich zu halten – und zwar in einem angemessenen Verhältnis für Ihren Betrieb. Sollte sich trotz allen Massnahmen eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter anstecken, muss geprüft werden, ob Sie Ihre Fürsorgepflicht genügend wahrgenommen haben.

Was muss ich als Unternehmen noch berücksichtigen?

Für den Umgang mit einer Pandemie wie das Coronavirus hat das Bundesamt für Gesundheit (BAG) in Zusammenarbeit mit der Eidgenössischen Kommission für Pandemievorbereitung und -bewältigung (EKP) und dem Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) ein «Handbuch für die betriebliche Vorbereitung» erarbeitet. Die häufigsten Fragen und Antworten finden Sie auf der Webseite des SECO.

Rechtlicher Hinweis

Die Informationen zu Gesundheitsfragen stammen vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) und dem Robert-Koch-Institut. Die hier aufgeführten Hinweise dienen ausschliesslich zu Informationszwecken und ersetzen keine medizinische Beratung. Wenn gesundheitliche Probleme auftreten, sollten Sie sich Rat bei Ihrem Arzt oder medizinischem Fachpersonal holen.

Haftungsausschluss

Die hier aufgeführten Informationen zu den Produkten und Leistungen der CSS Gruppe sollen Ihnen einen Überblick vermitteln und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Einzelheiten entnehmen Sie den gesetzlichen Vorschriften nach Bundesgesetz über die Krankenversicherung (KVG), nach Bundesgesetz über den Versicherungsvertrag (VVG) sowie den Allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB) und den Zusatzbedingungen (ZB), welche für die Leistungspflicht der CSS Gruppe massgebend sind. Alle Angaben sind ohne Gewähr. Änderungen bleiben jederzeit vorbehalten.