Fomo: Die Angst, etwas zu verpassen

Fomo: Die Angst, etwas zu verpassen

Das Beste und Wichtigste versäumen – diese Sorge treibt vor allem jüngere Menschen um und wird Fomo genannt. Doch es zeichnet sich ein Gegentrend ab.

"fear of missing out"

Das Kürzel Fomo bedeutet «fear of missing out», also die Angst, etwas zu verpassen. Diese Problematik ist nicht neu, hat sich durch mobile Kommunikationsmittel aber zugespitzt.

Soziale Netzwerke sind schliesslich beliebte Plattformen, um Bekannte und Freunde in Echtzeit auf dem Laufenden zu halten. Das Ganze wird gespickt mit Fotoserien der tollsten Events. Die Bilder veranlassen nach Angaben vom Medienexperten oft zu Vergleichen mit negativen Folgen: Wer sowieso mit sich hadert und davon überzeugt ist, dass es die anderen besser erwischt haben, bleibt noch unzufriedener und manchmal voller Neid zurück.

Stress-Symptome

Dass Fomo auf die Stimmung drücken kann, haben Studien gezeigt, etwa mit amerikanischen Erstsemestern. Sie reagierten sogar mit Stress-Symptomen wie Schlaflosigkeit. Besonders schlimm waren die Fomo-Anzeichen abends und am Wochenende. Und dann, wenn die Pflicht rief, sie beispielsweise zu Hause über dem Lernstoff sassen, während die Clique abfeierte.

Die Qual der Wahl

Eine weitere Begleiterscheinung: Das Gefühl, sich nicht entscheiden zu können, welche Veranstaltung die lohnenswertere ist. Also hält man sich bis zuletzt alle Optionen offen – um mit der getroffenen Auswahl dann doch unzufrieden zu sein und den Abend nicht richtig geniessen zu können.

Jomo statt Fomo

Auswege daraus? «Lernen Sie zu verpassen!», schreibt Mediziner und Moderator Eckart von Hirschhausen in einer Kolumne. Das klingt lapidar, tatsächlich aber zeichnet sich eine solche Gegenbewegung ab: Die Freude daran, etwas zu versäumen. «Joy of missing out», kurz Jomo, nennt sich der Trend.

Versuchung widerstehen

Sich, zumindest punktuell, auszuklinken und etwas nicht mitbekommen zu wollen, kann ein befreiendes Gefühl und ein Gewinn an Lebensqualität sein. Voraussetzung: Das eigene Medienverhalten refklektieren. Und Selbstbeherrschung. Denn dem Reflex nicht nachzugeben, schon wieder aufs Smartphone zu schauen, ist keine leichte Übung.

Habe ich Fomo?

Fomo ist bislang keine anerkannte Krankheit. Dennoch können die Grenzen zur Onlinesucht, bei der fachliche Hilfe sinnvoll ist, fliesend sein. Folgende Punkte liefern Hinweise:

  • Nicht dabei zu sein, wenn sich Freunde treffen und Spass haben, löst Niedergeschlagenheit und Frustration aus.
  • Nicht zu wissen, was die Freunde gerade tun, macht nervös.
  • Das Bedürfnis, es sofort online mitzuteilen, wenn mit anderen etwas unternommen wird.
  • Konzentrationsprobleme beim Lernen oder Arbeiten.

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