Und plötzlich ist vieles möglich

Mann arbeitet am Computer im Homeoffice

In der Coronakrise arbeiten viele von zu Hause aus. Das zeigt, dass vielerorts Spielraum für Home Office und flexible Arbeitsformen vorhanden ist. Stellt sich nur die Frage, ob es zu einem grundlegenden Umdenken und Kulturwandel kommt. Für Unternehmen kann die Krise eine Chance sein.

Home Office

Was viele Arbeitgeber bis jetzt nicht angegangen sind, wird in Zeiten der Coronakrise forciert – und von einem Tag auf den anderen eingefordert. Wir befinden uns in einer Ausnahmesituation. Da läuft vieles anders: Die Prioritäten verschieben sich, kreative Lösungen entstehen, Home Office ist gang und gäbe. Wie wäre es, wenn es auch nach der Eindämmung der Pandemie ähnlich weiter geht?

So gelingt Home Office

Arbeitsplatz

  • Tisch
  • ausreichend Platz
  • bequemer Stuhl
  • gute Beleuchtung

Ausrüstung

  • Internet
  • Computer/Laptop
  • Bildschirm nicht zu klein
  • Kopfhörer (allenfalls Headset)
  • Maus
  • Schreibmaterialen

Rhythmus

  • Fester Beginn
  • Pausen
  • Mittagessen
  • Feierabend

Look

So, dass man für eine Videobesprechung gerüstet ist – dies hilft auch für die Konzentration

Ablenkung

Keine, weder Haushalt noch TV noch Smartphone noch Kühlschrank

Austausch

Ist weiterhin wichtig, Skype-Calls und Chats zum Austausch, Telefone anstelle von Mails, sogar „gemeinsame“ Pausen sind möglich

Was noch?

Frische Luft und Bewegung (z.B. am Arbeitsplatz)

Kinder

Vor allem, wenn diese jünger sind, ist Home Office gleichzeitig schwierig oder unmöglich. Aktuell mit den Schulschliessungen, dem Social Distancing und weil auch die Betreuung durch die Grosseltern keine Alternative ist, braucht es von allen Seiten Toleranz und die Bereitschaft für kreative Lösungen – auch hier entstehen Chancen.

Ein paar Tipps (falls die Kinder älter sind):

  • Rhythmus der Kinder nutzen (früh morgens arbeiten, falls die Kinder ausschlafen, Mittagsschlaf, -ruhe nutzen etc.)
  • Klare Zeiten regeln und absprechen: „In Ruhe arbeiten lassen“ und „jetzt machen wir etwas gemeinsam“
  • Tages- oder Wochenplan erstellen, auch die Kinder haben Aufgaben, arbeiten ab und zu, Selbständigkeit fördern, selber einteilen lassen

Schlanker und schneller

Man beobachtet, dass Prozesse auch schlanker funktionieren. Meetings sind nicht immer nötig oder können seltener stattfinden. Denn:

Eigentlich wissen alle, was zu tun ist. Die Kommunikation ist direkter, oftmals unmittelbarer.

Angefragte Personen sitzen nicht in Meetings oder sind auf Geschäftsreise, sondern zu Hause, wo sie schnell antworten.

Veränderung als Chance

Die Verantwortung aber auch die Freiheiten eines jeden Mitarbeitenden nehmen zu. Dies bedingt das Vertrauen von Seiten des Arbeitgebers. Hierfür helfen ein stetiger Austausch, eine gute Erreichbarkeit und eine laufende Klärung der Arbeitsauslastung im unterstützenden und nicht im kontrollierenden Sinne. Was zählt, ist die Leistung und nicht die Präsenz. Durch die veränderte Arbeitsweise während der Coronakrise entstehen Chancen: Es gilt, sie auch wirklich als solche zu bezeichnen - und nicht einzig und allein als Veränderungen.

Kehrseite

Die Kehrseite von flexiblen Arbeitsformen und Home Office ist der Mangel an sozialen Kontakten. Es gibt nämlich durchaus Themen und Aufgaben, die nicht nur schneller, sondern auch zielführender im persönlichen Austausch behandelt werden. Diese Tatsache gilt es in keiner Weise in Abrede zu stellen. Diese Gespräche und informellen Kontakte kommen aktuell zu kurz.