Psychische Er­kran­kung­en der Mit­arbei­tenden früh­zeitig erkennen

Psychische Probleme von Arbeitnehmenden frühzeitig erkennen Psychische Probleme von Arbeitnehmenden frühzeitig erkennen

Psychische Erkrankungen von Arbeitnehmenden belasten nicht nur private Beziehungen, sondern auch das Berufsleben. Eine frühzeitige Erkennung und Behandlung sind zentral.

Psychische Probleme frühzeitig erkennen

Psychische Krankheiten sind weit verbreitet. Sie zählen zu den häufigsten Erkrankungen überhaupt und schränken Betroffene und das Umfeld stark ein.

Sie wirken sich auf alle Lebensbereiche aus und beeinträchtigen Lebensqualität, Alltag und Arbeitsfähigkeit.

Unterschiedliche wissenschaftliche Studien belegen, dass eine frühzeitige Erkennung sowie eine adäquate Behandlung den Betroffenen vor einer chronischen psychischen Erkrankung schützen können. Gerade im beruflichen Kontext fällt es uns oft nicht leicht, persönliche Dinge anzusprechen. Noch grösser ist die Hemmschwelle als Vorgesetzten solche Auffälligkeiten bei seinen Mitarbeitenden kund zu tun.

Ein offenes Gespräch kann entlasten

Für Mitarbeiter mit psychischen Problemen kann jedoch ein offenes Gespräch Entlastung bringen. Dabei lässt sich erörtern, welche Aufgaben schwierig geworden sind und was Hilfe bringt.

Ein Mitarbeiter leidet etwa unter einer leichten Depression. Er ist blockiert, wenn er mit Kunden telefonieren muss – aber E-Mails beantworten, das klappt nach wie vor reibungslos. Mit einer Anpassung der Arbeitstätgikeiten könnte die Führungskraft den Betroffenen in seinem psychischen Leiden gezielt unterstützen. Oftmals bleibt jedoch ein solches Gespräch aus, da sich die Vorgesetzen nicht getrauen oder überfordert fühlen, das Leiden ihres Mitarbeitenden anzusprechen.

Für Führungskräfte kann ein angemessener Umgang sehr herausfordernd sein. Ein Leitfaden soll sie dabei gezielt unterstützen.

Das psychische Leiden ihres Mitarbeitenden ansprechen

Folgender Leitfaden von der SVA Zürich, Partnerin für Prävention und berufliche Eingliederung, dient den Führungskräften als Unterstützung im Umgang mit psychisch erkrankten Mitarbeitenden, sowie dessen Früherkennung. Ziel dieses Leitfadens ist es, die Führungskräfte zu befähigen, psychische Probleme im Arbeitskontext zu erkennen und beherzt anzugehen. Dieser Leitfaden ist ein Werkzeug, das Vorgesetzte Orientierung gibt und als praktische Hilfe im Führungsalltag dienen soll.

Leitfaden für Führungskräfte

  1. Aufhorchen
    Auf erste Anzeichen achten. Führungskräfte sollten auf Verhaltensweisen achten, die ihnen nicht vertraut sind und irritieren. Mitarbeitende mit einem psychischen Problem reagieren verschieden. Dabei sollte die Führungskraft die Arbeitsleistung beachten. Nimmt die Produktivität ab? Und wie verhält sich die Person im Team?
  2. Abklären
    Die Beobachtungen notieren und dabei ganz konkret werden. Wo weichen Arbeitsleistung und Verhalten von den Erwartungen ab? Das eigene Führungsziel für die Führungsarbeit formulieren: Was möchte ich zusammen mit dem Mitarbeitenden erreichen? Ist dazu ein konstruktiv-kritisches Feedbackgespräch angezeigt?
  3. Ansprechen
    Klarheit im Gespräch schaffen. Die eigenen Beobachtungen schildern. Die Führungskraft soll aufzeigen, was sie mit diesem Gespräch erreichen möchten. Zusätzlich konkrete erste Schritte mit dem Mitarbeitenden vereinbaren. Was muss sich bis zum nächsten Gespräch verbessern?
  4. Auffordern
    Bewegen zum Handeln. Zeitnah auf das Erstgespräch den Folgetermin planen. Wenn die Person ein ernsthaftes psychisches Leiden hat, kann es sein, dass sie nicht in der Lage ist, die Vereinbarungen zu erfüllen. Es ist also wichtig gewisse Sicherheit zu vermitteln und den Betroffenen zum konkreten Handeln auffordern.
  5. Aktiv bleiben
    Geben Sie regelmässig Feedback. Veränderung sind nicht über Nacht spürbar. Mitarbeitende mit einer psychischen Problematik sind oft unsicher. Sie brauchen nahe Begleitung durch die Vorgesetzten. Ein regelmässiges Treffen zum Feedbackgespräch lohnt sich. Zusätzlich sollte der Vorgesetzte signalisieren, dass seine Tür jederzeit offen steht.

Erste konkrete Schritte – Flexibilität kann Arbeitsplätze erhalten

  • Pensum reduzieren
  • Aufgaben vereinfachen & klarer strukturieren
  • Planungsaufgaben reduzieren
  • Häufigere Kurzpausen einrichten
  • Ruhige Arbeitsumgebung anbieten
  • Einzelarbeit ermöglichen
  • Wöchentlich Feedback geben

Quelle:
Unglücklicher Mann
Psychologisches Onlinetraining

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