Ernährung gilt als ebenso wichtig für die Gesundheit wie die Gene
Erstmals seit Beginn dieser Studienreihe schätzt die Bevölkerung das Ernährungsverhalten ebenso häufig als wichtigen Krankheitsfaktor ein wie die genetische Veranlagung – jeweils 59 Prozent der Befragten zählen diese zu den wichtigsten Einflussfaktoren, ob jemand gravierend krank wird.
Gleichzeitig zeigt sich, dass Ernährungsempfehlungen nur teilweise umgesetzt werden. Diese Empfehlungen umfassen etwa frische statt verarbeiteter Lebensmittel, ausreichend Obst und Gemüse, wenig Alkohol sowie ein massvoller Fleischkonsum. Besonders die Empfehlungen zum Verzehr von pflanzlichen Lebensmitteln stellen eine Herausforderung dar: Nur jede fünfte Person kommt laut eigener Einschätzung auf die täglich empfohlenen fünf Portionen Obst und Gemüse (22%).
Als häufigste Hürden für eine gesündere Ernährung werden eingespielte Gewohnheiten (39%), fehlende Motivation (36%) und Zeitmangel (35%) genannt. Im Umgang mit hochverarbeiteten Lebensmitteln sieht die Bevölkerung den Staat mit in der Verantwortung: Drei von vier (76%) befürworten eine Kennzeichnungspflicht für den Verarbeitungsgrad.
Der Anspruch, sich gesund zu ernähren, kann jedoch selbst zur Belastung werden: Fast jede zweite Person setzt sich deswegen unter Druck (45%). Gleichzeitig hat mehr als die Hälfte (59%) wegen des eigenen Essverhaltens zumindest gelegentlich ein schlechtes Gewissen gegenüber sich selbst. Besonders häufig betrifft dies junge Erwachsene.
Nicht nur der Ernährung, sondern auch dem Lebensstilfaktor Bewegung misst die Bevölkerung häufiger als im Vorjahr eine grosse Bedeutung für die Gesundheit bei. Mehr als die Hälfte (52%) zählt mangelnde Bewegung inzwischen zu den wichtigsten Faktoren für die Entstehung von Krankheiten.