Reserven

Der Bundesrat hat per 1. Juni 2021 eine Änderung der Krankenversicherungsaufsichtsverordnung (KVAV) verabschiedet, die für Krankenversicherer eine Vereinfachung der Voraussetzungen für einen freiwilligen Abbau der Reserven vorsieht. Die Grenze, ab der ein freiwilliger Abbau der Reserven möglich ist, wird gesenkt. Ursprünglich mussten die Versicherer über Reserven verfügen, die mehr als 150 % der in der Verordnung vorgeschriebenen Mindesthöhe betragen. Mit der Revision wird diese Grenze auf das Mindestniveau von 100% gesenkt.

Als verantwortungsvoller auf die Sicherheit bedachter Versicherer bildet die CSS zur Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit Reserven. Das finanzielle Polster ist dazu da, um unvorhergesehene Mehrkosten (z.B. Impfkosten) abzufedern und die Prämienlast für Versicherte möglichst gering zu halten. Die CSS ist der Meinung, dass ein unnötiges Anhäufen von Reserven nicht zielführend ist. Letztendlich gehören die Reserven den Versicherten. Grundsätzlich entspricht die Stossrichtung der KVAV-Revision der Haltung der CSS, wonach Prämien möglichst knapp zu berechnen sind und letztlich nicht in zu hohen Reserven resultieren. Trotz knapper Prämienkalkulation ist die Solvenzquote der CSS Kranken-Versicherung AG in den letzten Jahren stetig angestiegen. Im Jahr 2022 zahlt die CSS für den Abbau der Reserven deshalb insgesamt 90 Millionen Franken an ihre Versicherten in Form von Rückzahlungen aus.

Diverse Vorstösse zu Reserven, die einen verstärkten Reserveabbau fordern, befinden sich aktuell in parlamentarischer Beratung. Der politische Druck gefährdet ohne Not die Stabilität und Qualität des Schweizer Gesundheitswesens. Würden die Prämien nicht rechtzeitig an die Kostenentwicklung angepasst, müsste das Versäumte im Folgejahr durch markante Prämienaufschläge kompensiert werden, was in der Vergangenheit bereits der Fall war. Solche Szenarien gilt es zu vermeiden.

Die CSS stimmt einem Reserveabbau zu, der auf freiwilliger Basis erfolgt und die unternehmerische Freiheit der Krankenversicherer achtet. Ein verpflichtender oder übermässiger Abbau der Reserven hingegen würde die finanzielle Stabilität gefährden, gerade in einer Pandemie mit zahlreichen Unwägbarkeiten und nicht vorhersehbaren Schwankungen der Solvenz.

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