Blutvergiftung erkennen und rasch behandeln

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Eine Blutvergiftung, auch Sepsis genannt, kann sich innert Stunden zu einem lebensbedrohlichen Zustand entwickeln. Bei Anzeichen darauf sollte man deshalb unverzüglich ins Spital oder einen Arzt rufen.

Was eine Blutvergiftung ist

Infektionen bekämpft das Immunsystem normalerweise erfolgreich an Ort und Stelle. Bei einer Blutvergiftung, auch Sepsis genannt, schafft es die körpereigene Abwehr nicht mehr, einen lokalen Infektionsherd im Zaum zu halten. Die Krankheitserreger – oft Bakterien, seltener Viren oder Pilze – breiten sich über die Blutbahn im ganzen Körper aus, was wiederum beim Immunsystem eine überschiessende Reaktion auslöst: Es greift nicht mehr nur die Erreger an, sondern den ganzen Organismus. Das kann zum Versagen gleich mehrerer Organe führen – eine lebensgefährliche Situation.

Die schwere Erkrankung kann sich innerhalb weniger Stunden entwickeln.
Christian Trachsel, Leitender Arzt Innere Medizin und Intensivmedizin am Spital Uster

Schätzungen zufolge erkranken in der Schweiz jedes Jahr 15'000 Menschen an einer Blutvergiftung; knapp ein Drittel der Patienten stirbt trotz einer Therapie an den Folgen.

Welches die Ursachen einer Blutvergiftung sind

Auslöser einer Blutvergiftung können verschiedene Infektionen sein, dazu gehören:

  • eitrige Wunden 
  • Harnwegsentzündungen
  • Lungenentzündungen
  • Hirnhautentzündungen
  • Entzündungen im Bauchraum

Bei geschwächtem Immunsystem ist das Risiko für eine Blutvergiftung erhöht, beispielsweise bei Menschen mit chronischen Nieren- und Lebererkrankungen oder bei Krebspatienten, die mit Chemotherapie behandelt werden.

Woran man eine Blutvergiftung erkennt

Eine Blutvergiftung eindeutig zu erkennen, ist oft schwierig. «Die Anzeichen sind zu Beginn sehr unspezifisch», sagt Christian Trachsel. Und genau dies ist das Gefährliche: Die Erkrankung wird oft fehlgedeutet, wertvolle Zeit verstreicht.

Symptome

  • Fieber
  • Schüttelfrost
  • starke Schmerzen
  • Verwirrtheit
  • starke Erschöpfung
  • schnelle Atmung
  • tiefer Blutdruck – sinkt er stark ab, kann sich ein lebensbedrohlicher Schockzustand entwickeln (septischer Schock)
  • spontane Einblutungen in der Haut

Wichtig: Wenn mehrere der folgenden Symptome auftreten und sich rasch verschlimmern, sollte man unverzüglich einen Arzt rufen oder ein Spital aufsuchen.

Warum Insektenstichen meistens keine Blutvergiftung auslösen

Blutvergiftungen werden häufig mit Stichen von Mücken, Bienen oder Wespen in Verbindung gebracht. Grundsätzlich aber löst der Insektenstich selbst keine Blutvergiftung aus. Es können aber Keime in den Körper gelangen – entweder durch das Insekt selbst, was aber sehr selten ist, oder wenn man sich an der Einstichstelle kratzt und diese damit reizt. Deshalb bei Juckreiz besser lindernde und kühlende Gels oder Cremes auftragen.

Welche Behandlung bei einer Blutvergiftung notwendig ist

Grundsätzlich gilt: Je früher eine Blutvergiftung behandelt wird, desto höher sind die Überlebenschancen und desto eher lassen sich Spätfolgen wie Organschäden vermeiden. Ziel einer Therapie ist es, den Zustand des Patienten zu stabilisieren und die Ursache der Infektion in den Griff zu bekommen. Für letzteres kommen in der Regel Antibiotika zum Einsatz, dies, weil meistens Bakterien die Auslöser einer Blutvergiftung sind.

Wie sich einer Blutvergiftung vorbeugen lässt

Einer Blutvergiftung lässt sich nicht direkt vorbeugen, aber indirekt, indem man sich vor Infektionen schützt. Dazu gehört:

  1. regelmässiges und gründliches Händewaschen
  2. sorgsamer Umgang mit Wunden 
  3. bei Infektionen aufmerksam sein, gegebenenfalls zum Arzt gehen
  4. Impfempfehlungen beachten

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