Sicher Freeriden: darauf kommt's an

Freeride Tipps: Sicherheit beim Tiefschneefahren Freeride Tipps: Sicherheit beim Tiefschneefahren

Immer mehr zieht es weg von den Pisten hinein in das freie Gelände. Denn dort warten meist unberührte Hänge, frischer Powder und eine Menge Spass. Freerider Garry Bachmann erzählt, worauf man beim Freeriden besonders achten sollte.

Sicher abseits der Pisten

Gefahren beim Freeride gibt es viele. Lawinen, Selbstüberschätzung, Fehleinschätzung, Orientierungsverlust und Absturz im Gelände sind nur einige davon. Um beim Vergnügen keine böse Überraschung zu erleben, gibt es ein paar «Must Knows», die man sich immer wieder bewusst machen sollte.

Fähigkeiten eines Freeriders

Um abseits der Pisten unterwegs sein zu können, braucht ein Wintersportler:

  • Gutes fahrerisches Können
  • Know-How
  • Entsprechende Ausrüstung und nötiges Material
  • Erfahrung und Respekt vor Natur und Gefahren

Bewegung an der frischen Luft gehören für Garry dazu. Im Interview zu Gesunde Gewohnheiten erzählt er ebenfalls, wie er dies im Alltag schafft.

Freerider Garry Bachmann über seine Passion Freeriden

Garry Bachmann erzählt, was ihn am Freeriding fesselt und was er dafür macht.

Gesichertes Tiefschneefahren

Fast in allen Skigebieten gibt es unpräparierte Abfahrtsrouten. Diese sind gelb markiert und eignen sich gut für lawinensichere Tiefschneeabfahren. Abseits dieser Routen und der gesicherten Pisten befinden Sie sich im freien Gelände. Dieses Gelände ist weder gesichert, präpariert noch kontrolliert. Sie beurteilen die Lawinengefahr dort eigenverantwortlich.

Know-How und Erfahrung sind gut, aber man darf sich nie blind drauf verlassen.
Garry Bachmann

Die richtige Freeride Ausrüstung

Zur sogenannten Notfallausrüstung gehören:

  • Lawinenverschütteten-Suchgerät (LVS)
  • Sonde
  • Schaufel
  • Lawinenairbag löst im Falle einer Lawine den Airbag aus und erhöht so den Auftrieb des Schneesportlers und ist deshalb eine gute Option um die Sicherheit zu erhöhen
  • Mobiltelefon und Notfallapotheke für Notfallsituationen
  • Helm: Gerade abseits der Pisten sind Steine oder Felsen zum Teil vom Schnee bedeckt

Ausserdem sollte man immer in einer Gruppe von mindestens 2 Personen unterwegs sein – so kann man sich gegenseitig Hilfe leisten. Spezielle Freeride-Ski oder Snowboards machen es zudem einfacher im tiefen, unpräparierten Schnee zu fahren und ermöglichen so noch mehr Fahrvergnügen.

Die Ausrüstung ist dazu da um hoffentlich nie gebraucht zu werden.
Garry Bachmann

Informationen zur Lawinengefahr & Wetter

Das WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) stellt im Winter täglich um 8:00 Uhr sowie 17:00 Uhr das Lawinenbulletin zur Verfügung. Auch die App «White Risk» bietet wichtige Informationen zur aktuellen Lawinensituation und spannendes Hintergrundwissen zur Beurteilung der Lawinengefahr. Wer keine bösen Überraschungen erleben will, sollte zudem das Wetter genau unter die Lupe nehmen.

Gelände & Umwelt

  • Ausführlich über die Eigenschaften der Route Informieren (Exposition, Steilheit, Geländeformen etc.). Dazu helfen Karten, Tourenführern und Plattformen im Internet (z.B. swisstopo.admin.ch, whiterisk.ch).
  • Schutzzonen beachten, denn in der winterlichen Bergwelt sind nicht nur Schneesportler unterwegs. Halten Sie sich an die Regeln der Wildruhezonen und Wildschutzgebiete.

Wissen kann Leben retten

Mit dem richtigen Wissen lassen sich bereits viele Lawinenunfälle vermeiden. Deshalb lohnt es sich auch ein Freeride-Kurs zu machen. Dort lernt man Gefahren einzuschätzen und hilfreiche Tipps.

4 wichtige Grundsätze von Freerider Garry Bachmann

  1. Bei Lawinenstufe Erheblich den Nördlichen Sektor (NW-N-NO) meiden.
  2. Bei Lawinenstufe Erheblich felsdurchsetztes Gelände (= 40°+) meiden.
  3. Auf das Bauchgefühl hören.
  4. Bei ‚WUMM-Geräuschen‘ sofort umkehren / abbrechen. In Gruppen IMMER Abstände einhalten (rauf und runter).

Verhalten im Notfall

Angemessenes Verhalten im Notfall ist wichtig. Sollten Sie jemals in eine Lawine geraten, so lösen Sie sofort, falls vorhanden, den Lawinenairbag aus. Sollten Sie Personen sehen, die in eine Lawine geraten, versuchen Sie die Personen nicht aus den Augen zu lassen, merken Sie sich den Verschwindeort. An oberster Stelle steht Ihre eigene Sicherheit, handeln Sie nicht, wenn Sie dabei Ihre eigene Sicherheit gefährden. Alarmieren Sie die Rettungskräfte sofort (Rega, Tel. 1414 oder mit Rega-App.) Beginnen Sie anschliessend sofort mit der LVS-Suche.

Ein Kurs lohnt sich

Wenn Sie die gesicherten Abfahrtsrouten verlassen und im freien Gelände unterwegs sein möchten, empfehlen wir Ihnen vorab einen Lawinenkurs zu besuchen bzw. die Begleitung durch einen erfahrenen Schneesportlehrer der Schweizer Skischule oder einen Bergführer des Schweizer Alpenclubs.

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