Neurodermitis bei Babys: Was Eltern tun können

Neugeborenes Baby liegt im Bettchen und wird von einem Erwachsenen mit Salbe eingecremt.

Quälender Juckreiz, aufgekratzte Haut, schlaflose Nächte: Neurodermitis belastet Babys und Kleinkinder. Konsequente Hautpflege und Massnahmen gegen den Juckreiz helfen oft. Bei stärkeren Beschwerden braucht es ärztliche Begleitung.

Häufige Fragen zu Neurodermitis bei Babys

Wie häufig ist Neurodermitis bei Babys und Kindern?

Neurodermitis beginnt häufig bereits im frühen Kindesalter. Bei vielen Kindern bessern sich die Beschwerden mit zunehmendem Alter. Eine trockene und empfindliche Haut kann jedoch bestehen bleiben. In der Schweiz sind rund 20 Prozent der Kinder von einem atopischen Ekzem betroffen.

Symptome von Neurodermitis erkennen

Bei Neurodermitis ändert sich der Hautzustand ständig. Folgende Symptome können einzeln oder gemeinsam auftreten:

  • Trockene, sensible, schuppende Haut
  • Bei heller Haut Rötungen, bei dunkler Haut dunkelbraune bis gräuliche Verfärbungen
  • Nässende Stellen
  • Krusten und Knötchen- Derbe Haut mit vergrössertem Relief

Sehr quälend und belastend ist für Kinder der starke Juckreiz, der ihnen oft den Schlaf raubt. Häufiges Kratzen kann die Symptome zusätzlich verschlimmern.

Betroffene Körperstellen nach Alter

tbd
Alter Typische Körperstellen
Baby (0-1 Jahr) Gesicht, Oberkörper, Hände, Arme, Beine
Kleinkind (1-3 Jahre) Kniekehlen, Ellbogen, Gesicht, Hals, Nacken

Tipps: Das können Eltern tun

  • Weiche, atmungsaktive Kleidung wählen.
  • Fingernägel kurz schneiden und feilen, damit sich das Baby nicht selbst verletzen kann.
  • Waschmittel ohne Duftstoffe verwenden.
  • Bei starkem Juckreiz können gekühlte Pflegeprodukte (Kühlschranktemperatur) zusätzlich eine Linderung bringen.

Wie wird Neurodermitis beim Kind diagnostiziert?

Die Diagnose wird ärztlich aufgrund der Beschwerden und des Hautbilds gestellt. Auch die Beobachtungen der Eltern zum Verlauf der Beschwerden sind dabei wichtig. Einen speziellen Labortest zur Diagnose von Neurodermitis gibt es nicht.

Was hilft gegen Neurodermitis?

Eine konsequente Basispflege ist bei Neurodermitis besonders wichtig:

  1. Tägliche schonende Reinigung
  2. Mindestens einmal täglich mit rückfettenden Pflegeprodukten eincremen
  3. Pflegemittel ohne reizende Zusätze wie Duftstoffe wählen. Beim Kauf bietet das Allergie-Gütesiegel eine Orientierung

Welche Pflege sich für eine gesunde Haut eignet, hängt unter anderem vom Hautzustand und vom Kind ab. Wird der Hautzustand nicht besser, sollte die weitere Behandlung mit der Ärztin oder dem Arzt besprochen werden.

Bettina Ravazzolo – Leiterin der Neurodermitis-Kinderschulung bei aha! Allergiezentrum Schweiz
Zu wissen, was bei Neurodermitis wirklich hilft und wie man es richtig anwendet, gibt Eltern Sicherheit im Alltag.
Bettina Ravazzolo Leiterin der Neurodermitis-Kinderschulung bei aha! Allergiezentrum Schweiz
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Definition von Neurodermitis

Neurodermitis ist eine chronisch-entzündliche, schubartige Hauterkrankung. Sie wird auch atopisches Ekzem oder atopische Dermatitis genannt. Atopisch bedeutet: Betroffene haben eine erblich bedingte Neigung, extrem empfindlich auf eigentlich harmlose Stoffe aus der Umwelt zu reagieren. Neben Neurodermitis können auch Heuschnupfen oder allergisches Asthma zu dieser Veranlagung gehören. In der Schweiz sind rund 20% der Kinder betroffen.

Was sind die Ursachen von Neurodermitis?

Die Ursachen sind vielfältig:

  • Genetische Veranlagung
  • Umweltfaktoren
  • Überreaktion des Immunsystems
  • Gestörte Hautbarriere

Bei Neurodermitis ist die Hautbarriere gestört, wodurch sie durchlässig wird für Allergene, Mikroben und andere Reizstoffe wie Chemikalien. Die Haut verliert leichter Feuchtigkeit und reagiert empfindlicher auf äussere Reize. Welche Faktoren die Beschwerden auslösen oder verstärken, ist von Kind zu Kind unterschiedlich.

Kann eine Allergie hinter Neurodermitis stecken?

Kinder mit atopischem Ekzem haben zwar ein höheres Risiko, Allergien zu entwickeln. Eine Allergie ist aber nicht immer der Grund, wenn sich die Haut verschlechtert. Häufig gelten Nahrungsmittel als Verdächtige. Wer einen Zusammenhang sieht, bespricht das am besten mit der Ärztin oder dem Arzt. Ganz wichtig: Bei Kindern sollten Lebensmittel nie ohne ärztliche Abklärung vom Speiseplan gestrichen werden.

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