Die CSS Gesundheitsstudie 2026
Wir wollten wissen: Wie geht die Schweiz mit Gesund- und Kranksein um? Die CSS Gesundheitsstudie liefert spannende Antworten.
Wir wollten wissen: Wie geht die Schweiz mit Gesund- und Kranksein um? Die CSS Gesundheitsstudie liefert spannende Antworten.
Seit 2020 ermittelt die CSS Gesundheitsstudie jedes Jahr, wie es der Schweizer Bevölkerung geht. Für die achte Ausgabe hat das Forschungsinstitut Sotomo 2'459 Personen in der deutsch-, französisch- und italienischsprachigen Schweiz befragt.
Die aktuelle CSS Gesundheitsstudie zeigt, dass sich die Menschen in der Schweiz nach dem Tiefstand im Vorjahr wieder etwas gesünder fühlen: Zwei Drittel bezeichnen sich als sehr gesund oder gesund (66%). Der Rest der Befragten gibt an, sich angeschlagen oder krank zu fühlen. Bei der Frage, welche Aspekte des eigenen Lebensstils die Gesundheit belasten, wird schlechter oder mangelnder Schlaf am häufigsten genannt (38%), gefolgt von Bewegungsmangel (35%) und beruflichem Stress (33%).
Die Umfrage zeigt, dass die Bevölkerung zunehmend KI-Chatbots nutzt, um Gesundheitsfragen zu beantworten. Im vergangenen Jahr haben sich 42% der Befragten an einen Chatbot gewendet, um ihre Krankheitssymptome einzuordnen – das sind etwa doppelt so viele wie im Vorjahr. Mehr als ein Viertel zählt KI-Chatbots zu ihrer wichtigsten Informationsquelle bei körperlichen Symptomen. Aber auch für emotionale Unterstützung greifen einige Menschen auf KI-Chatbots zurück: 27% geben an, dass sich das Gefühl von Einsamkeit durch den Austausch mit einem Chatbot manchmal verringert hat.
Auffällig in dieser Studie ist zudem, dass vor allem junge Erwachsene ihren digitalen Medienkonsum als eine der Hauptbelastungen für ihre Gesundheit wahrnehmen. Bei den 18- bis 35-Jährigen geben dies rund 44% an. Bei den 36- bis 65-Jährigen sind es nur 19% und bei den über 65-Jährigen sogar nur 8%. Bei keinem anderen Lebensstilfaktor ist der Unterschied zwischen den jungen Erwachsenen und den anderen Altersgruppen so gross.
Auch beim Umgang mit emotionaler Belastung zeigen sich Unterschiede zwischen den Altersgruppen: 70% der jungen Erwachsenen ziehen sich zurück, wenn es ihnen emotional nicht gut geht. Bei den über 65-Jährigen sind es rund 55%. Über die vergangenen Jahre haben sich tendenziell weniger Menschen an ihr Umfeld gewandt, wenn es ihnen psychisch nicht gut geht. Mit 50% ist der Anteil so tief wie noch nie seit 2022 (57%).
Seit Beginn der Studie schätzt die Bevölkerung das Ernährungsverhalten ebenso häufig als wichtigen Krankheitsfaktor ein wie die genetische Veranlagung. Gleichzeitig zeigt sich, dass Empfehlungen für die Ernährung nur teilweise von den Befragten umgesetzt werden. Dazu zählen Empfehlungen wie etwa frische statt verarbeiteter Lebensmittel, ausreichend Obst und Gemüse, wenig Alkohol sowie ein massvoller Fleischkonsum. Vor allem die Empfehlung zum Verzehr von pflanzlichen Lebensmitteln – fünf Portionen Obst und Gemüse pro Tag – wird nur von jeder fünften Person umgesetzt.
Der Anspruch, sich gesund zu ernähren, kann zur Belastung werden: Fast jede zweite Person setzt sich deswegen unter Druck (45%). Gleichzeitig hat mehr als die Hälfte (59%) wegen des eigenen Essverhaltens zumindest gelegentlich ein schlechtes Gewissen gegenüber sich selbst. Als häufigste Hürden für eine gesündere Ernährung werden eingespielte Gewohnheiten, fehlende Motivation und Zeitmangel genannt.