Notwendig oder überflüssig?
Die Herstellung bestimmter Produkte ist ohne Zusatzstoffe nicht möglich. Eine Brezel wird zum Beispiel erst durch Eintauchen in eine Natriumhydroxidlösung (E 524) zur Laugenbrezel. Raffinierte pflanzliche Öle und Margarinen wären ohne die zugesetzten Tocopherole (= Vitamin E, E 306-309) binnen weniger Wochen ranzig. Curaçao oder eine Schlumpfglace hätten ohne den künstlichen, aber sehr stabilen Farbstoff Brillant Blau FCF (E 133) nicht ihre leuchtend blaue Farbe.
Zwei gegenläufige Trends
Über die Notwendigkeit solcher Produkte kann man natürlich streiten. Und auch die Frage, ob die Erwartung, wie ein Lebensmittel aussieht, schmecken oder sich im Mund anfühlen soll, von den Herstellern geweckt oder bei Konsumentinnen und Konsumenten bereits vorhanden ist, ist eine eigene Diskussion für sich. Immerhin haben Konsumenten erreicht, dass z.B. in Süsswaren statt synthetische vermehrt natürliche Farbstoffe wie Beetenrot (E 162), Paprikaextrakt (E 160c), Kurkumin (E 100) oder Frucht- und Pflanzenextrakte zum Einsatz kommen. Zwei gegenläufige Trends, nämlich die steigende Nachfrage nach Convenience- und der Wunsch nach naturbelassenen Produkten werden auch in Zukunft beide Verbraucherbedürfnisse befriedigen. Am Ende kann und sollte jede/r für sich entscheiden, ob und wie viele Lebensmittel mit oder ohne Zusatzstoffe man konsumieren möchte.