Prostatavergrösserung

Als Prostatavergrösserung (Prostatahyperplasie) wird die gutartige Vermehrung der Prostatazellen, meist im Rahmen des normalen Alterungsvorgangs, bezeichnet.

Überblick

Als Prostatavergrösserung (Prostatahyperplasie) wird die gutartige Vermehrung der Prostatazellen, meist im Rahmen des normalen Alterungsvorgangs, bezeichnet. Dabei kommt es zu einem Abflusshindernis für den Urin und zu einer Reizung der Blase, was zu zahlreichen Beschwerden im Zusammenhang mit dem Wasserlösen führt (Harndrang, abgeschwächter Stahl, Restharn, etc.).

Symptome

Grundsatz: Symptome durch Abflusshindernis und Reizung der Blasenmuskulatur

Erste Zeichen

  • Verzögerter Beginn des Wasserlösens
  • Abgeschwächter, unterbrochener Harnstrahl (trotz verstärktem Pressen)
  • Nachträufeln von Urin
  • Häufiger Harndrang mit kleinen Urinmengen (auch nachts)
  • Starker Harndrang mit unwiderstehlichem Zwang zu sofortigem Wasserlösen
  • Selten: Schmerz beim Urinieren

Fortgeschrittene Prostatahyperplasie

  • Unvollständige Blasenentleerung:
    • Restharngefühl, Druck im Unterbauch, überdehnte Blase
    • Bedürfnis, ständig Wasser zu lösen
    • Resturin begünstigt Harnsteine und chronische Harnwegsinfekte
  • Harnikontinenz
  • Blut im Urin: Einrissen in der überdehnten Blasenwand (Urin rötlich gefärbt)
  • Harnverhalt: Unmöglichkeit, Wasser zu lösen, quälender Harndrang

Komplikationen und Folgen

Ursache und Behandlung

Ursachen

  • Gutartiges vermehrtes Wachstum der Prostata
    • Hormoneller Einfluss (Veränderung des Testosteron-Östrogen Verhältnisses)
    • Wachstumsfaktoren
    • Familiäre Anfälligkeit
    • Im Rahmen des normalen Alterungsvorgangs (Zunahme der der Häufigkeit ab 50J.)
  • Harnröhre wird quasi von Prostata „ummauert“
    • Somit Abflusshindernis für den Urin

Weiterer Verlauf in der Arztpraxis / im Spital

Mögliche Untersuchungen
  • Austasten der Prostata
  • Ultraschall (Sonographie)
  • Urinuntersuchung
  • Blutuntersuchung (PSA-Wert)
  • Ggf. Darstellen und Messen des Wasserlassens
Mögliche Therapien
  • Kontrolliertes Abwarten (bei geringem Leidensdruck)
  • Medikamente ("Beruhigung" der Blasenmuskulatur, Hemmung des Prostata-Wachstums)
  • Blasenkatheter (akute Situation)
  • Operation (via Harnröhre oder Bauchraum)
    • Folge: Ejakulation bleibt meist „trocken“
    • Neg. Auswirkung auf Erektionsfähigkeit (Erektionsschwäche) selten

Was kann ich selbst tun?

  • Eine Prostatavergrösserung lässt sich grundsätzlich nicht verhindern
  • Wichtig: Rechtzeitig Massnahmen treffen
  • Folgende Faktoren ggf. vermeiden:
    • Langes Sitzen
    • Stark gewürzte Speisen, Alkoholgenuss
    • Verstopfung, Kälte
  • Sexuelle Aktivität muss nicht eingeschränkt werden
  • Präparate auf Pflanzenbasis einnehmen (z.B. Brennnesselwurzelextrakte und Kürbiskerne)

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Hausmittel

  • Warme Kräuterpackungen (Heublumen, Leinsamen) auf den Unterleib legen
  • Kohlwickel
  • Sitzbäder mit Zinnkraut und versuchen, die Blase zu entleeren
  • Warmes Fussbad (eine Handvoll Salz und Holzasche beimischen)

Wann zum Arzt?

  • Jährliche Kontrolle der Prostata jenseits des 50. Lebensjahrs
    • Auch ohne Beschwerden und nach Operation
    • Ziel: Früherkennung von Prostatakrebs
  • Rötlich gefärbter Urin
  • Inkontinenz
  • Notfall: Unmöglichkeit zum Wasserlassen (akute Harnverhaltung)

Synonyme

Prostatavergrösserung, Prostatahyperplasie, Benigne Prostatahyperplasie, Benignes Prostatasyndrom, Prostataadenom

Haftungsausschluss

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