Wandern mit Stöcken: wann macht es Sinn?

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Mit oder ohne Stöcke? Die Diskussion ist nicht neu und auch nicht so einfach zu beantworten – denn auf die Situation kommt es an.

Worauf es ankommt

Die Frage, ob Wanderstöcke sinnvoll sind oder nicht, lässt sich nicht pauschal beantworten. Diverse Faktoren spielen dabei nämlich eine wichtige Rolle: Was ist die Absicht der Wanderung? Wo führt sie hin und wie sieht der Weg aus? Was sind die Stärken und was die Schwächen der wandernden Person?

Wanderstöcke für das Herz-Kreislaufsystem

Möchte man das Herz-Kreislaufsystem zusätzlich in Schwung bringen, ist es sinnvoll, Stöcke mit auf die Wanderung zu nehmen.. Wer die Stöcke richtig und aktiv einsetzt, fordert nämlich zusätzlich die Muskeln im Oberkörper heraus und schaltet sozusagen den Allrad-Antrieb des Körpers an. Das lohnt sich vor allem bergauf und bringt einen ganz schön ins Schwitzen.

Unterstützung beim Bergab-Gehen

Beim Bergab-Gehen entlasten Stöcke die Beinmuskulatur. Dreht man nur ein kleineres Ründchen, so lohnt sich das ohne Stöcke, denn die Beinmuskulatur wird beim Bergabgehen exzentrisch trainiert. Das heisst, die Muskeln müssen die Bewegung abbremsen und der Schwerkraft entgegenarbeiten. Genau das ist es auch, was es so anstrengend macht und für Muskelkater sorgt.

In diesen Fällen machen Wanderstöcke sonst noch Sinn

  • Sie tragen schwere Last? Dann helfen Stöcke, aufrechter zu gehen.
  • Wenn es rutschig wird: Zum Beispiel bei Schneefeldern oder Gletschern. Stöcke verhelfen dann zu besserer Standhaftigkeit.
  • Wer unsicher auf den Beinen ist oder verletzt ist, kann sich mithilfe der Stöcke entlasten und seine Gehtechnik wieder langsam aufbauen.
  • Wer schneller bergauf sein möchte, kann Wanderstöcke unterstützend nutzen. Die Trailrunner machen es vor: Viele haben die Stöcke immer dabei, nutzen sie aber vor allem beim Bergaufgehen.

In der Ebene auf Stöcke verzichten

Beim Gehen oder Walken in der Ebene zeigten Untersuchungen, dass die Gehtechnik mit Stockeinsatz keine Gelenkentlastung brachte. Ein möglicher Grund: Wer mit Stöcken geht, hat die Tendenz, grössere Schritte zu machen. Das wiederum erhöht die Kräfte beim Fussaufsatz.

Wann machen Stöcke zudem auch keinen Sinn

  • Wenn sie nicht aktiv eingesetzt werden: Dann bringen sie nämlich weder Entlastung für Muskeln und Gelenke noch eine verminderte Sturzgefahr.
  • In unwegsamem Gelände oder bei Kletterpassagen sind sie zum Teil störend – hier bieten die Hände manchmal die bessere Absicherung. In hochalpinem oder unwegsamem Gelände wird je nach dem auch ein Stock bergseitig eingesetzt.
  • Wer sein Gleichgewicht schulen möchte, sollte die Stöcke zu Hause lassen. Denn Stöcke entlasten den Gleichgewichtsinn und Trittsicherheit, zumindest wenn man immer an Stöcken geht.

Das persönliche Ziel ist entscheidend

Wer seinen Körper mehr herausfordern möchte nimmt Stöcke beim bergauf gehen, um das Herz-Kreislauf-System richtig in Schwung zu bringen, so richtig zu schwitzen und auch schneller zu werden. Wer allerdings mehr Gleichgewicht und Beinstabilität trainieren will, geht – zumindest zwischendurch – ohne Stöcke.

Wer seinen Körper entlasten will kann beim bergab gehen Beinmuskulatur und -gelenke mit Stöcken unterstützen. Trotzdem lohnt es sich, die Stöcke zwischendurch aus den Händen zu legen, denn sonst wird das Gleichgewicht vernachlässigt und entwickelt sich zurück – die Sturzgefahr steigt. Beim Gehen in der Ebene entlasten Stöcke nicht unbedingt die Gelenke, helfen aber bei Problemen mit dem Gleichgewicht oder Unsicherheiten.

Letztendlich ist zu einem grossen Teil auch eine Frage des Geschmacks – und das ist auch gut so.

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