Wichtige Nährstoffe bei einer Schilddrüsen-Unterfunktion

Ernährung bei einer Schilddrüsenunterfunktion Ernährung bei einer Schilddrüsenunterfunktion

Wenn die Schilddrüse zu wenige Hormone produziert, ist der ganze Stoffwechsel verlangsamt und viele nehmen an Gewicht zu. Nebst einem Hormonersatz ist die Ernährung eine Stütze, um den Kreislauf wieder in Schwung zu bringen.

Ernährung bei Schild­drüsen­unterfunktion

Eine Schilddrüsenunterfunktion, insbesondere im Fall eines Hashimotos, ist ein komplexes Krankheitsbild. Die in diesem Fall fehlenden Hormone können durch Tabletten supplementiert und die Schilddrüse so wieder gut eingestellt werden. Da eine sogenannte Hypothy­reose den Stoffwechsel verlangsamt und Betroffene zu einer Gewichtszunahme neigen, möchten viele mit einer angepassten Ernährung Gegensteuer geben. Längere Zeit aufs Essen zu verzichten, ist jedoch kontraproduktiv.

Die Ernährung bei einer behandelten Schilddrüsenerkrankung kann zudem noch mehr bewirken, als ein paar Kilos zu verlieren: Sie kann den ganzen Hormonkreislauf im Körper positiv beeinflussen und damit vor allem das Wohlbefinden der betroffenen Patientinnen (es sind mehrheitlich Frauen betroffen) stärken.

Hormone regulieren

Ursula Wenk, Komplementärtherapeutin und Drogistin mit eigener Naturheilpraxis in Ebikon, plädiert dafür, die Schilddrü­senprobleme ganzheitlich zu betrachten. Bei hormonellen Störungen der Schilddrüse sind oft die Eierstock- und Nebennierenfunktion mitbeteiligt. Die Nebennieren sind unter anderem für das Stresshormon Cortisol zuständig, das in erhöhter Form eine Schilddrüsenstörung begünstigt. Auch ein tiefes Progesteron, das Sexualhormon aus den Eierstöcken, hat einen Einfluss auf die Schilddrüse – und natürlich umgekehrt. «Die Hormone aus diesen drei Organen haben sehr ähnliche Moleküle», sagt Wenk. Man müsse sich das vorstellen wie beim Kochen. Wenn beispielsweise alle «Zutaten» für das Stresshormon verbraucht werden, reicht es für die Herstellung der Schilddrüsenhormone nicht mehr.

Empfohlenes Essverhalten

Wer seine Schilddrüsenunterfunktion mit Hormonpräparaten wieder ins Gleichge­wicht zu bringen versucht, kann den Körper mit dem richtigen Essverhalten dabei unterstützen. Ursula Wenk empfiehlt regelmässige Mahlzeiten mit einem reduzierten Anteil an konzentrierten Kohlenhydraten wie Brot und Teigwaren, dafür viel Gemüse und Protein. Vollwertige Mahlzeiten, für die man sich Zeit nimmt, anstelle von Snacks und potenziellen Heisshungerattacken zwischendurch.

Wir versuchen mit der richtigen Ernährung die Blutzuckerspitzen zu brechen und einen möglichst gleichmässigen Stoffwechsel zu erreichen.
Ursula Wenk, Ernährungsexpertin

Von Intervallfasten und dergleichen rät sie bei Hormonproblemen ab. Wenn der Körper am Morgen keine Nahrung erhalte, steige der Cortisol-Spiegel. «Ich fühle mich super und denke, ich brauche das Essen gar nicht», so Wenk, «aber es ist eine trügerische Reaktion des Körpers, die trotz vermeintlich weniger Essen oft zu einer Gewichtszunahme führt, vor allem längerfristig.» Verschiedene Proteine – idealerweise aus tierischer und pflanz­licher Herkunft – würden uns lange sättigen und mit wichtigen Aminosäuren versorgen.

Wichtige Bausteine in der Ernährung

Aminosäuren sind nebst anderen Nährstoffen wichtige Bausteine unserer Hormone. Auch Gemüse wie Kohlrabi, Zucchini, Blumenkohl und Tomaten, die einen tiefen glykämischen Index aufweisen, wird empfohlen. Diese lassen den Blutzuckerspiegel weniger schnell ansteigen. Wichtig sind zudem gute Fette: Olivenöl, kaltgepresstes Leinöl, Kokosöl oder auch etwas Butter.

Unterfunktion der Schilddrüse: wichtige Nährstoffe

Wir brauchen gewisse Nährstoffe, damit die Hormonproduktion im Körper gut funktioniert. Selen und Jod benötigt unser Körper, um das Schilddrüsenhormon T4 in T3 zu verwandeln.

Nährstoffe im Überblick

  • Jod: Ist im Kochsalz enthalten, alternativ kann es auch durch bestimmte Algen oder andere Produkte eingenommen werden. Achtung: Im Meersalz ist nur wenig Jod!
  • Selen: Hat es viel in Paranüssen.
  • Vitamin D3: Nehmen wir an der Sonne auf. Da wir uns immer weniger draussen bewegen, weisen aber viele Menschen einen Mangel auf. Ausserdem blockiert zu viel Sonnencreme die natürliche Vitamin-D3-Produktion.
  • Omega-3-Fettsäuren: In fettigem Fisch enthalten – bei Zuchtfischen aber oftmals nicht mehr genügend.
  • Zink: Hat es in Fleisch, Milchpro­dukten, Fisch, Vollkorngetreide, Hülsenfrüchten und Nüssen.
  • Eisen: In erhöhten Mengen in rotem Fleisch, Fisch und Geflügel enthalten. Aber auch in pflanzlichen Produkten wie Hülsenfrüchten, Vollkorngetreide sowie bestimmten Gemüse- und Obstsorten.
  • Vitamin C: In Orangensaft, Brokkoli oder Peperoni in hohen Mengen enthalten, fördert es gleichzeitig die Eisenaufnahme.
  • Aminosäuren: Hat es in Hülsen­früchten, Fleisch, Eiern oder Milchprodukten.

Man kann die aktuellen Werte, wie auch Eisen, Vitamin D3 und Zink, im Labor messen lassen. Wenn Verdacht besteht, dass die Werte von Vitamin D3 nicht gut sind, empfiehlt Ursula Wenk eine Messung im Frühling und im Herbst. Vitamin D3, Eisen, aber auch Omega-3-Fettsäuren und weitere Nährstoffe lassen sich bei Bedarf supplementieren.

Verbotene Lebensmittel bei einem Schilddrüsen­problem

Es gibt im Zusammenhang mit einer Schilddrüsenunterfunktion nicht grundsätzlich verbotene Lebensmittel. Das richtige Mass kann aber entscheidend für die Gewichtskontrolle wie auch für die optimale Versorgung des Körpers mit Nährstoffen sein.

Einige der empfohlenen Lebensmittel sollten nur in begrenzten Mengen eingenommen werden:

  • So kann ein übermässiger Jodkonsum schädlich sein, wenn eine Hashimoto-Erkrankung vorliegt.
  • Soja als pflanzlicher Eiweisslieferant wird höchstens etwa zwei Mal pro Woche empfohlen.
  • Tofu und Co., in grösseren Mengen konsumiert, können die Hormon­bildung der Schilddrüse behindern.
  • Nüsse wiederum gelten als gute Proteinquelle, enthalten aber auch viel Fett.
  • Alkohol blockiert ganz generell die Hormonbildung. Man sollte ihn deshalb insbesondere bei einer Schilddrüsenunterfunktion in Massen geniessen.

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