Pseudokrupp

Der Pseudokrupp ist eine sehr häufige Form des Krupp-Syndroms, zu dem auch die Diphterie gezählt wird.

Überblick

Der Pseudokrupp ist eine sehr häufige Form des Krupp-Syndroms, zu dem auch die Diphterie gezählt wird. Durch einen Virusinfekt entzünden sich die tiefen Atemwege und verengen. Es kommt zum typischen bellenden, krampfhaften Husten, v.a. abends. Oft hilft bereits das Einatmen von frischer, kühler Luft oder ein feuchtwarmes Inhalieren unter allgemeinem Ruhebewahren.

Symptome

  • Bellender, krampfhafter Husten
    • Vor allem spät abends und nachts plötzlich auftretend
    • Oft erst zwei bis drei Stunden, nachdem das Kind zu Bett gebracht wurde
  • Heiserkeit bis zum Stimmverlust
  • Pfeifende Geräusche bei der Einatmung
  • Guter bis leicht reduzierter Allgemeinzustand
  • Oft bestehen bereits seit einigen Tagen Symptome einer Erkältung
  • Die Körpertemperatur ist nicht oder nur mässig erhöht
  • Typisches Zeichen für Eltern als Hinweis auf einen bevorstehenden Anfall: Gegen Abend verändert sich die Art des Hustens von eher oberflächlich, zu tief unten, dumpf
  • Meist folgeloses Abklingen der Symptome innerhalb weniger Tage
  • Komplikation:
    • Atemnot, eventuell zu bläulicher Verfärbung der Lippen (Zyanose)
    • Im äussersten Fall droht Erstickungsgefahr

Ursache und Behandlung

Ursache

  • Meist geht ein Virusinfekt der Atemwege voraus
    • Zu 75% sog. Parainfluenzaviren
    • Entzündung der Schleimhaut von unterem Kehlkopf und Luftröhre, teilweise auch der Bronchien
  • Risikofaktoren
    • I.d.R. Kinder zwischen 3 Monaten und 5 Jahren betroffen
    • Individuelle Veranlagung wird angenommen
    • Krankeitssaison v.a. Herbst und Winter

Weiterer Verlauf in der Arztpraxis / im Spital

Mögliche Untersuchungen
  • Abhören der Lunge
  • Überprüfung der Sauerstoffsättigung
Mögliche Therapien
  • Allgemein: Beruhigung, Kaltluft atmen
  • Je nach Schweregrad
    • Inhalation von Kochsalzlösung über Feuchtvernebler
    • Inhalation von Kortison oder Adrenalin
    • Kortison als Zäpfchen oder über die Vene
    • Ggf. Gabe von Sauerstoff
    • Ggf. intensivmedizinische Überwachung angezeigt
    • Selten: Sicherung der Atemwege mittels Intubation (künstliche Beatmung)

Was kann ich selbst tun?

  • Keine speziellen Vorbeugemassnahmen bekannt (auch keine Impfung)

Solange keine Alarmsymptome (s. unten) auftreten:

  • In erster Linie: Kind beruhigen und selbst Ruhe bewahren
  • Für feuchtkühle oder feuchtwarme Luft sorgen
    • Geeignet sind elektrische Luftbefeuchter (am besten Verdampfer)
    • Wasserdampf aus der Dusche
    • An die frische, kühle Luft gehen mit dem Kind
    • Es lässt sich nicht im Voraus erkennen, welche Methode sich günstiger auswirken wird
  • Wenn sich das Kind beruhigt hat und es notwendig erscheint: Inhalation mit vom Arzt verordneten Medikamenten
  • Sobald es das Kind zulässt: Evtl. kühlende Halswickel
  • Sitzende Position – auch im Bett – erleichtert das Atmen
  • Gegebenenfalls hustenstillende und schleimlösende Medikamente

Wann zum Arzt?

  • Keine Besserung spätestens nach einer Stunde
Alarmsymptome, die notfallmässig einen Arzt erfordern sind:
  • Hohes Fieber (über 38 Grad)
  • Zeichen der Atemnot
    • Ausgeprägte Einziehungen zwischen den Rippen beim Atmen
    • Blauverfärbung der Lippen (Zyanose)
    • Erstickungsangst
  • Klossige Sprache und Röcheln beim Ausatmen
  • Starker Speichelfluss
  • Deutlich beschleunigter Puls
  • Bewusstseinsstörung

Synonyme

Pseudokrupp, Pseudo-Krupp, Falscher Krupp, Krupp-Syndrom, Laryngitis subglottica, Spastischer Krupp, Subglottische Laryngitis, Viraler Krupp, Stenosierende Laryngotracheitis

Haftungsausschluss

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