Wurmerkrankungen

Würmer können menschliche Organe befallen und unterschiedliche Erkrankungen auslösen.

Überblick

Würmer können menschliche Organe befallen und unterschiedliche Erkrankungen auslösen. Symptome fehlen oft oder sind nur schwach vorhanden, Magen-Darm-Beschwerden sind vorrangig. Gute Hygiene sowie sorgfältiger Umgang mit Lebensmitteln vermindern das Risiko einer Infektion.

Symptome

Die Symptome von Wurmerkrankungen sind abhängig vom auslösenden Parasiten und unterscheiden sich stark. Beschwerden können sehr schwach ausgeprägt sein oder sogar ganz fehlen, manchmal treten sie erst nach Jahren auf.

Hauptsymptome

Weitere Symptome (je nach Parasit)

  • Madenwurm-Infektion (Oxyuriasis): In Gemeinschaftseinrichtungen oft mehrere Personen befallen
    • Nächtlicher analer Juckreiz, Kratzspuren und Rötung am Anus
    • Weissliche Parasiten sichtbar auf dem Stuhl
    • Bei Mädchen auch Befall von Vulva und Vagina möglich (Rötung, Juckreiz)
  • Spulwurm-Infektion (Ascariasis): Häufig keine Beschwerden
    • Analer Juckreiz
    • Eventuell Gelbfärbung von Augen und/oder Haut
  • Trichinen-Infektion (Trichinellose)
    • Muskelschmerzen
    • Selten Wassereinlagerung im Gesicht (v.a. Mundbereich)
  • Hakenwurm-Infektion (Ancylostomatidose)
    • Eintrittsstelle Haut (meist Fuss): Rötung und Juckreiz
  • Rinderbandwurm-Infektion (Taeniasis): Häufig keine Beschwerden
    • Weissliche Wurmanteile sichtbar auf dem Stuhl
  • Schweinebandwurm-Infektion:
    • Taeniasis: Aufnahme von Finnen (Bandwurmlarven): Häufig keine Beschwerden
    • Zystizerkose: Aufnahme von Eiern: Muskelschmerzen, Kopfschmerzen
  • Hundebandwurm-Infektion (Zystische Echinokokkose): Beschwerden häufig erst nach Wochen oder Jahren
  • Fuchsbandwurm-Infektion (Alveoläre Echinokokkose): Beschwerden häufig erst nach Monaten oder Jahren
    • Gelbverfärbung von Augen und/oder Haut
  • Fischbandwurm-Infektion (Diphyllobothriasis): Häufig keine Beschwerden
    • Mit der Zeit Symptome eines Vitamin B12-Mangels, da der Fischbandwurm dieses aus dem Darm aufnimmt (z.B. Müdigkeit und Blässe aufgrund Blutarmut)
  • Päärchenegel-Infektion (Schistosomiasis oder Bilharziose): Beschwerden häufig erst nach Wochen oder Monaten
    • Eintrittsstelle Haut: leichte Rötung und Juckreiz
    • Muskelschmerzen
    • Wasserbauch, Bluterbrechen
    • Blutiger Urin, Schmerzen beim Wasserlösen
  • Entenflöhe-Infektion: (Zerkariendermatitis, Badedermatitis)
    • Eintrittsstelle Haut nach dem Baden: Rötung und starker Juckreiz

Ursache und Behandlung

Ursachen

Je nach Wurm erfolgt die Infektion auf anderem Weg:

  • Aufnahme durch Verzehr von verseuchten Lebensmitteln
  • Benutzen verunreinigter Toiletten
  • Streicheln von befallenen Hunden/Füchsen
  • Baden in verunreinigten Gewässern

Weiterer Verlauf in der Arztpraxis / im Spital

Untersuchung und Therapie von Wurmerkrankungen sind vom auslösenden Parasiten abhängig. Manchmal sind Untersuchungen bei den ersten Symptomen noch nicht auffällig. Wenn ein Kind betroffen ist, lohnt es sich den Rest der Familie ebenfalls zu untersuchen.

Mögliche Untersuchungen
  • Stuhl- oder Urinproben
  • Klebestreifentest vom Analbereich (v.a. im Fall von Madenwürmern)
  • Blutentnahme (Entzündungswerte, Bestimmung Blutbestandteile, Suche nach Antikörpern)
  • Entnahme kleiner Gewebeproben (z.B. von Muskel, Leber)
  • Ultraschall, Röntgen
  • CT (Computertomographie), MRI (Magnetresonanztomographie)
Mögliche Therapien
  • Medikamente («Wurmmittel» = Antihelminthika)
  • Strenge Hygienemassnahmen
  • Operative Entfernung von sogenannten Zysten (bei Hundebandwurm, Fuchsbandwurm und Zystizerkose-Form des Schweinebandwurms)

Was kann ich selbst tun?

Bis nach Beendigung einer Wurm-Behandlung scheidet der Mensch Würmer, Wurmteile oder Eier aus. Bei Bekanntwerden ist daher auf strenge Hygiene zu achten:

  • Sorgfältiges Händewaschen und -desinfizieren nach dem Toilettengang
  • Lange Fingernägel schneiden, ansonsten nach Toilettengang zusätzlich eine Nagelbürste verwenden
  • Die Toilette regelmässig reinigen und mit entsprechenden Mitteln desinfizieren
  • Handtücher und Frotteewäsche nicht mit anderen Personen teilen
  • Bettwäsche, Handtücher, Frotteewäsche und Unterwäsche bei 95° waschen (Kochwäsche)

Vorbeugen

Viele Wurmerkrankungen lassen sich durch richtige Hygienemassnahmen und entsprechende Vorsicht vermeiden. Ein guter englischer Leitsatz gerade auf Reisen: Cook it, peel it or leave it! Zu Deutsch: Koch es, schäl es oder lass es! Aber auch im Alltag helfen einige Tipps gegen eine Ansteckung:

  • Fleisch und Fisch unbekannter Herkunft nicht roh verzehren, gut durchgaren oder lange tiefgefrieren
  • Rohes Gemüse, Obst und Beeren vor dem Verzehr gut waschen
  • Händewaschen und -desinfizieren nach der Toilette
  • Eigene Haustiere (v.a. Katzen und Hunde) regelmässig auf Würmer untersuchen lassen, Hunde vom Kotfressen oder Mausen abhalten
  • Streicheln oder Schmusen mit fremden Tieren vermeiden
  • Frotteewäsche nicht mit anderen Personen teilen
  • Bei Reisen in fremde Länder mögliche Gefahren abklären, insbesondere für tropische und subtropische Regionen
    • Vorsicht beim Verzehr von rohen Nahrungsmitteln (cook it, peel it or leave it!)
    • Wasser in Flaschen kaufen
    • Nicht in stehenden Gewässern baden

Wann zum Arzt?

Bei folgenden Symptomen sollte ein Arzt aufgesucht werden, insbesondere bei Reiserückkehrern:

  • Gewichtsverlust trotz unverändertem Essverhalten
  • Weisslichen Auflagerungen auf dem Stuhl
  • Anhaltende Übelkeit, Erbrechen, Durchfall
  • Gelbverfärbung von Augen und/oder Haut

Weitere Informationen

Reisemedizinische Beratung safetravel
www.safetravel.ch

Synonyme

Wurmerkrankungen, Wurminfektionen, Helminthosen, Madenwürmer, Spulwürmer, Bandwürmer, Fadenwürmer, Saugwürmer, Trichinen, Helminthiasis, Oxyuriasis, Ascariasis, Ancylostomatidose, Trichinellose, Taeniasis, Echinokokkose, Diphyllobothriasis, Schistosomiasis, Bilharziose, Zerkariendermatitis, Badedermatitis, Entenflöhe

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