Tiefer Blutdruck: Was tun, wenn der Kreislauf schwach macht

Tiefer Blutdruck: Meistens harmlos, aber manchmal lästig

Tiefer Blutdruck ist meistens harmlos. Dennoch kann er die Lebensqualität einschränken. Was am besten dagegen hilft.

Vor- und Nachteile

Zwei erfreuliche Nachrichten vorneweg: Tiefer Blutdruck (Hypotonie) reduziert das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ein Grund dafür ist, dass die Gefässwände weniger Spannung ausgesetzt sind, was sie schont und schützt. Und: Niedrige Blutdruckwerte gehen nicht zwangsläufig mit unangenehmen Begleiterscheinungen einher. Man kann damit ohne Beschwerden leben. Wer aber welche hat, fühlt sich von ihnen teils massiv beeinträchtigt. Und das ist die unerfreuliche Nachricht.

Fachleute unterscheiden 3 Hypotonie-Formen

Primäre

Die primäre Hypotonie kommt am häufigsten vor. Bei ihr sind die Blutdruckwerte anhaltend tief. Die genaue Ursache dafür ist bislang unbekannt. Wahrscheinlich hat es mit dem Körperbau und/oder der körperlichen Verfassung zu tun. Denn betroffen sind oft junge, schlanke Frauen, Schwangere, Jugendliche im Wachstumsschub oder ältere, hagere Menschen.

Sekundäre

Eine sekundäre Hypotonie ist Folge anderer, teils schwerer Erkrankungen wie Herzschwäche oder Hormonstörungen. Auch ein erkranktes Nervensystem kann die Ursache sein. Darüber hinaus handelt es sich manchmal um Nebenwirkungen von Medikamenten.

Orthostatische

Eine Sonderform ist die orthostatische Hypotonie. Typisches Anzeichen ist Schwindel beim Aufstehen. Meistens klingen die Beschwerden nach kurzer Zeit wieder ab. Zudem: «Langjährige Betroffene kennen die Symptome und haben Strategien dagegen entwickelt», sagt Alexander Tarnutzer, Leitender Arzt Neurologie am Kantonsspital Baden.

Er rät: Zum Arzt sollte man gehen, wenn die Beschwerden neu, lange anhaltend oder sehr schwer sind, etwa, jemand regelmässig das Bewusstsein verliert. Bei der sekundären Hypotonie ist es zudem wichtig, nach den Ursachen zu suchen und diese zu behandeln.

Das hilft gegen Kreislaufschwäche

  • Langsam aufstehen.
  • Mit Übungen in den Tag starten, die den Blutkreislauf unterstützen (Venen- oder Muskelpumpe): Im Liegen beispielsweise die Beine anwinkeln und «Luftvelo fahren»; im Sitzen die Füsse schnell kreisen, mal in die eine, mal in die andere Richtung.
  • Den Kreislauf mit Wechselduschen oder Bürstenmassagen in Schwung bringen.
  • Ausreichend Wasser oder ungesüsste Tees trinken.
  • Auch Salzhaltiges wie Gemüsebrühe darf es sein, zudem mal eine Tasse Schwarztee oder Kaffee.
  • Genügen solche Verhaltenstipps nicht, können blutdrucksteigernde Medikamente sinnvoll sein.

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