Was passiert bei einer Depression?

Was passiert bei einer Depression?

Freudlos, niedergeschlagen, wie abgestorben: Wer depressiv ist, wird vom Organismus ausgebremst. Der Stoffwechsel im Gehirn scheint dabei eine Rolle zu spielen.

Nichts ist mehr einfach

Sich etwas vornehmen, aber es nicht schaffen: heute früh aufstehen – und doch wieder bis nachmittags im Bett liegen. Oder Stunden brauchen, um die Wohnungstüre zu öffnen, die paar Stufen zum Briefkasten hinunterzugehen. Depressive Menschen treibt es selbst fast in den Wahnsinn, dass sie zu den einfachsten Dingen nicht mehr fähig sind. Aber gegen den Zustand anzukämpfen, gelingt nicht. Im Gegenteil: Innere Anspannung und Erschöpfung werden nur noch grösser.

Eine Depression hat nichts mit schlechten Angewohnheiten oder gar Faulheit zu tun.

Es geht – eben nicht

«Wenn man nur will, dann geht das schon», bekommen Betroffene oft zu hören. Aber das ist falsch, betonen Experten. Eine Depression hat nichts mit schlechten Angewohnheiten oder gar Faulheit zu tun. Vielmehr handelt es sich um eine ernsthafte Krankheit, bei der mehrere Funktionen erheblich beeinträchtigt sind. Hirnforscher liefern mögliche Erklärungen dafür: Zum einen scheint das limbische System im Gehirn betroffen zu sein. Arbeitet es normal, reguliert es Stress und hilft, Gefühle zu verarbeiten. Ist seine Aktivität beeinträchtigt, kann es schwierig werden, etwa mit Schicksalsschlägen fertig zu werden. Diese gehen einer Depression oft voraus. Eine Rolle spielt zum anderen der Stoffwechsel im Gehirn. Bei Depressionen ist oft das ganze Stresshormonsystem des Körpers überaktiviert. Es gibt Hinweise, dass vor allem die Nervenbotenstoffe Serotonin, Noradrenalin und Dopamin aus dem Gleichgewicht geraten sind. Der Wirkmechanismus von Antidepressiva stützt diese Annahme. Die Medikamente erhöhen die Konzentration bestimmter Botenstoffe und helfen, Symptome zu lindern oder zu unterdrücken.

Medikamente nicht immer wirksam

Allerdings sind die Medikamente nicht immer wirksam und sinnvoll. Bei schweren Depressionen würden sie helfen können, bei leichteren hingegen sei der Nutzen geringer, sagt Depressionsspezialist Daniel Hell. Er rät bei leichten und mittelschweren Erkrankungen zur Psychotherapie. Meistens seien dann keine Tabletten notwendig. Depressionen zählen weltweit zu den häufigsten Krankheiten. Laut Schätzungen wird jeder Fünfte im Laufe seines Lebens einmal daran erkranken. Alleine aus der Negativspirale herauszufinden, ist kaum möglich. Daniel Hell: «Es ist, als würde jemand mit angezogener Handbremse Gas geben. Der Motor heult auf, aber man kommt nicht vom Fleck.» Um die Bremse zu lockern, brauchen Betroffene professionelle Hilfe.

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