Migräne: Das sind Ur­sa­chen und Auslöser

Migräne Ursachen: Diese Auslöser kommen infrage Migräne Ursachen: Diese Auslöser kommen infrage

Rund eine Million Menschen in der Schweiz sind von Migräne betroffen. Während bei den Ursachen für Mi­gräne erst nach und nach Er­klä­rungen gefunden werden, sieht die Fachwelt bei den Auslösern von Migräneattacken schon einiges klarer.

Was ist Migräne?

Der Begriff der Migräne wird für eine wiederkehrende Kopfschmerzerkrankung verwendet, die sich in Attacken von 4 bis 72 Stunden Dauer manifestiert. Frauen sind viel häufiger betroffen als Männer.

Symptome bei Migräne

Typisch für Migräne sind eine einseitige Lokalisation, pulsierender Charakter sowie die mässige bis starke Intensität. Körperliche Aktivitäten verstärken den Schmerz. Ausserdem treten Übelkeit und/oder Licht- und Lärmüberempfindlichkeit auf. Die Symptome unterscheiden sich damit deutlich von denjenigen bei anderen Arten von Kopfschmerzen.

Rund ein Fünftel der von Migräne Betroffenen leidet unter einer sogenannten Migräne mit Aura. Dabei kommt es im Vorfeld der Schmerzattacke zu Sehstörungen (z.B. Flimmern, Lichtblitze). In selteneren Fällen treten auch Gefühls- (z.B. Kribbeln) oder Sprachstörungen auf.

Familiärer Mechanismus entschlüsselt

Was genau eine Migräne verursacht, ist noch nicht abschliessend geklärt. Die Annahme, dass Durchblutungsstörungen eine Migräne verursachen, gilt heute als widerlegt. Allerdings werden erbliche Faktoren vermutet, tritt doch Migräne nicht selten familiär gehäuft auf. 2020 haben Neurowissenschaftler der Universität Zürich den Mechanismus entschlüsselt, der für familiär bedingte Migräne verantwortlich ist. Demnach können durch eine genetische Fehlfunktion bestimmte Hirnzellen, die für Schmerzverarbeitung zuständig sind, überschüssige Reize nicht abbauen. Stattdessen rufen sie starke Kopfschmerzen hervor.

Zahlreiche Triggerfaktoren

Während also bei den Ursachen erst nach und nach Licht ins Dunkel kommt, ist man bei den Auslösern – bei den sogenannten Triggerfaktoren – einen Schritt weiter. Diese Faktoren können zwar individuell sehr unterschiedlich sein, haben jedoch eine Konstante: die plötzliche Veränderung des gewohnten Lebensrhythmus.

Die häufigsten Auslöser sind:

  • Plötzlich auftretender Stress
  • Bestimmte Nahrungs- oder Genussmittel (Molkereiprodukte, Meeresfrüchte, Zitrusfrüchte, Schokolade, Wein etc.)
  • Veränderungen des Tagesrhythmus (Schlaf-/Wachrhythmus)
  • Ausgeprägte Emotionen (Trauer, Angst)
  • Hormonelle Veränderungen (Menstruation)
  • Auslassen von Mahlzeiten (Unterzuckerung)
  • Wetterveränderungen (Föhn)
  • Sinnesreize (laute Geräusche, Zigarrenrauch)
  • Überanstrengung und Erschöpfung

Auslöser definieren

Ein Kopfwehtagebuch kann Betroffenen helfen, die für sie relevanten Triggerfaktoren herauszufinden. Je seriöser das Kopfweh dokumentiert wird, desto präziser lassen sich die Auslöser definieren und letztlich umgehen. Ein solches Tagebuch – mittlerweile stehen auch Apps zur Verfügung – stellt auch für die behandelnde Fachperson eine wichtige Informationsquelle dar.

Wie kann ich vorsorgen?

Eine pauschale Aussage für eine wirkungsvolle Migräne-Prophylaxe ist nicht möglich. Vielmehr müssen Betroffene selber herausfinden, mit welchen Massnahmen sie am besten vorbeugen können. Das Vermeiden individueller Trigger ist – wie eben erwähnt – ein wichtiger Schritt. Weitere Massnahmen können sein:

  1. Genügend Schlaf
  2. Regelmässiger Ausdauersport (z.B. Schwimmen, Radfahren oder Walking)
  3. Das Thema Migräne nicht einfach annehmen, sondern sich Wissen darüber aneignen.

Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie empfiehlt zudem «komplementäre» Therapien für alle Betroffenen mit mehr als 3 Migräneattacken pro Monat. Als wichtigste Methoden werden genannt:

  • Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson (PMR)
  • «Kognitive-behaviorale» Schmerzbewältigungstraining (Stressmanagement)
  • Biofeedback-Therapie

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